
Sie haben Ihre Bachelorurkunde der Universität Stuttgart verlegt und wissen nicht, wie Sie jetzt rechtlich abgesichert weiterarbeiten können? In diesem Leitfaden erklären wir, welche Optionen Sie haben, welche Unterlagen das Amt akzeptiert und wie Sie den Prozess möglichst reibungslos abschließen.
Warum ist die Originalurkunde wichtig?
Die Bachelorurkunde ist das offizielle Dokument, das Ihren Studienabschluss bestätigt. Arbeitgeber, Behörden und weiterführende Bildungseinrichtungen verlangen häufig das Original oder ein beglaubigtes Duplikat, um Ihre Qualifikation zu prüfen. Ohne Nachweis kann ein Bewerbungsprozess ins Stocken geraten oder ein Visumsantrag abgelehnt werden.
Erste Schritte nach dem Verlust
1. Inventur – Was genau fehlt?
Stellen Sie fest, ob nur das Urkundenpapier fehlt oder ob auch das Beglaubigungszertifikat, das Prüfungsprotokoll und das Notenblatt (Transcript of Records) betroffen sind. Oft genügt ein Nachweis über die Noten, wenn die Urkunde nicht zwingend gefordert wird. Notieren Sie sich das Datum, an dem Sie das Dokument zuletzt gesehen haben, um im Gespräch mit der Universität glaubwürdig zu wirken.
2. Meldung beim Fundbüro oder bei der Polizei
Falls ein Diebstahlverdacht besteht, erstellen Sie eine Verlustanzeige. Viele Universitäten verlangen eine offizielle Meldung, bevor sie ein Duplikat ausstellen. Die Anzeige dient außerdem als Nachweis für mögliche Versicherungsansprüche.
Wie beantragt man ein Duplikat bei der Universität Stuttgart?
3. Kontaktaufnahme mit dem Prüfungsamt
Das Prüfungsamt ist für die Ausstellung von Ersatzurkunden zuständig. Schreiben Sie eine formelle Anfrage per E‑Mail oder Brief. Wichtig sind folgende Angaben:
- Vollständiger Name (wie im Original)
- Geburtsdatum
- Matrikelnummer
- Studiengang und Abschlussjahr
- Grund des Antrags (Verlust, Diebstahl, Beschädigung)
- Kopie der Verlustanzeige (falls vorhanden)
Ein Beispieltext für die Anfrage finden Sie auf der offiziellen Webseite der Universität.
4. Notwendige Nachweise
Die Universität verlangt in der Regel
- eine beglaubigte Kopie Ihres Personalausweises,
- die Verlustanzeige (Polizei‑ oder Fundbüro‑Bestätigung) und
- eine Unterschriftserklärung, dass das Duplikat ausschließlich für offizielle Zwecke verwendet wird.
5. Bearbeitungszeit und Kosten
Die Ausstellung eines Duplikats dauert meist zwei bis vier Wochen. Die Verwaltungsgebühr liegt je nach Fachbereich zwischen 30 € und 60 €. Diese Kosten decken das Papier, den Druck und die offizielle Signatur ab.
Alternative Dokumente, wenn das Duplikat zu lange braucht
6. Vorläufige Leistungsnachweise
Während Sie auf das Duplikat warten, können Sie ein offizielles Transcript of Records anfordern. Dieses Dokument enthält Ihre Noten und den Abschlussstatus und wird von vielen Arbeitgebern akzeptiert, solange es mit dem offiziellen Stempel versehen ist.
7. Bescheinigung der Immatrikulation
Eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung kann ebenfalls als Nachweis dienen, wenn Sie sich noch im Studium befinden oder das Studium gerade abgeschlossen haben. Das Prüfungsamt stellt diese Bescheinigung meist innerhalb von 48 Stunden aus.
Besondere Fälle
8. Internationaler Einsatz
Für Bewerbungen im Ausland verlangt die Botschaft häufig eine beglaubigte Übersetzung der Urkunde. Hierfür sollten Sie das Duplikat erst nach Erhalt von einem anerkannten Übersetzer ins Englische oder Französische übersetzen lassen und anschließend mit einer Apostille versehen lassen.
9. Fehlende Unterschrift des Rektors
Manchmal fehlt im Duplikat die Originalunterschrift des Rektors. In diesem Fall kann das Prüfungsamt ein separates Beglaubigungsformular ausstellen, das die Echtheit des Dokuments bestätigt. Dieses Formular wird gemeinsam mit dem Duplikat verschickt.
Praktische Tipps, um zukünftige Verluste zu vermeiden
- Scannen Sie die Urkunde sofort nach Erhalt in hoher Auflösung und speichern Sie die Datei sicher (z. B. verschlüsselte Cloud).
- Bewahren Sie eine Kopie in einer feuerfesten Schublade oder bei einem Notar auf.
- Erstellen Sie ein Foto der Urkunde und legen Sie es zusammen mit anderen wichtigen Papieren in einem Ordner ab.
- Halten Sie die Kontaktdaten des Prüfungsamtes immer griffbereit, damit Sie im Notfall schnell handeln können.
Wo kann man zusätzliche Unterstützung erhalten?
Falls Sie unsicher sind, welche Dokumente in Ihrem konkreten Fall ausreichen, können Sie sich an spezialisierte Beratungsstellen wenden. Viele Hochschulen bieten eine kostenfreie Rechtsberatung für Studierende an. Darüber hinaus gibt es unabhängige Service‑Anbieter, die Ihnen beim Ausfüllen der Antragsformulare helfen und beim Versand unterstützen. Ein Beispiel für einen solchen Dienst finden Sie auf der Startseite von Urkunden-Atelier.
Zusammenfassung – Der schnelle Weg zurück zum Nachweis
1. Verlust sofort melden (Fundbüro/Polizei).
2. Formellen Antrag beim Prüfungsamt stellen, alle geforderten Unterlagen beifügen.
3. Kosten und Bearbeitungszeit einplanen (2‑4 Wochen, ca. 30‑60 €).
4. Bei Bedarf vorläufige Nachweise (Transcript, Immatrikulationsbescheinigung) anfordern.
5. Für internationale Bewerbungen beglaubigte Übersetzungen und Apostillen organisieren.
6. Präventive Maßnahmen ergreifen, um zukünftige Verluste zu vermeiden.
Mit diesen Schritten können Sie das Fehlen Ihrer Bachelorurkunde schnell und rechtssicher ausgleichen und Ihre Karriere oder weitere Studienpläne ohne größere Unterbrechungen fortsetzen.










