
Sie haben Ihr Staatsexamen‑Zeugnis im Fach Jura verlegt und benötigen ein offizielles Ersatzdokument? In den folgenden Abschnitten erklären wir, welche Schritte Sie sofort einleiten müssen, welche Unterlagen die Prüfungsbehörde verlangt und welche Fristen zu beachten sind.
Schnelle Übersicht – Was Sie jetzt tun sollten
1. Kontakt zur Prüfungsbehörde aufnehmen
Der erste Anlaufpunkt ist das Prüfungsamt Ihrer Universität oder das Landesjustizprüfungsamt, das das Staatsexamen ausgestellt hat. Dort erhalten Sie das offizielle Formular für den Verlustnachweis.
2. Verlustanzeige bei der Polizei
In den meisten Bundesländern ist ein polizeilicher Nachweis über den Verlust erforderlich. Eine kleine Anzeige (Kosten: ca. 15 €) genügt, um die Legitimität Ihres Anliegens zu belegen.
3. Nachweis der Identität
Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass muss zusammen mit dem Formular eingereicht werden. Bei internationalen Studierenden ist zusätzlich eine beglaubigte Übersetzung nötig.
4. Gebühren bezahlen
Die Ausstellung eines Ersatzdokuments ist gebührenpflichtig. Die meisten Einrichtungen verlangen 20–30 €, die per Überweisung, PayPal oder EC‑Karte beglichen werden können.
5. Bearbeitungszeit abwarten
Die reguläre Bearbeitungsdauer liegt zwischen zwei und vier Wochen. In dringenden Fällen kann ein Express‑Verfahren beantragt werden (Zusatzgebühr ca. 15 €).
Detailierte Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung
1. Das richtige Prüfungsamt ermitteln
Jedes Bundesland hat ein eigenes Justizprüfungsamt (z. B. das Bayerische Justizprüfungsamt). Auf der jeweiligen Website finden Sie das Kontaktformular und Download‑Links zu den notwendigen Anträgen. Wichtig ist, das Amt zu wählen, das das Originalzeugnis ausgestellt hat – sonst wird Ihr Antrag zurückgewiesen.
2. Formular für Verlustnachweis ausfüllen
Das Formular verlangt folgende Angaben:
- Vollständiger Name, Geburtsdatum, aktuelle Anschrift
- Studiengang und Jahr des Staatsexamens
- Datum und Umstände des Verlusts (z. B. Diebstahl, Feuer)
- Unterschrift
Stellen Sie sicher, dass alle Angaben exakt mit Ihren vorhandenen Unterlagen übereinstimmen, um Nachfragen zu vermeiden.
3. Verlustanzeige bei der Polizei einreichen
Eine Kopie der polizeilichen Anzeige legen Sie dem Antrag bei. Das Dokument kann online angefordert werden, wenn Sie bereits ein elektronisches Verfahren nutzen.
4. Identitätsnachweis beifügen
Ein aktueller Personalausweis reicht in der Regel aus. Wer im Ausland studiert, sollte zusätzlich einen beglaubigten Auszug aus dem Melderegister beilegen.
5. Gebühren korrekt überweisen
Die Kontodaten finden Sie im Antragsformular. Nach Zahlungseingang erhalten Sie per E‑Mail eine Eingangsbestätigung mit einem Vorgangs‑ID. Diese ID ist bei Rückfragen nützlich.
6. Sonderfälle: Schwangerschaft, Berufsunfähigkeit
In besonderen Lebenssituationen (z. B. längere Krankheit) kann das Prüfungsamt eine Fristverlängerung gewähren. Ein ärztliches Attest legt den Grund dar und wird individuell geprüft.
Was passiert, wenn das Originalzeugnis nicht mehr auffindbar ist?
Das Prüfungsamt erstellt ein neues Originalzeugnis, das denselben rechtlichen Status wie das verloren gegangene Dokument hat. Es wird jedoch mit einem Hinweis „Ersatzzeugnis“ versehen, um Missverständnisse bei Behörden zu verhindern.
Wie Sie das Ersatzzeugnis sicher aufbewahren
Nach Erhalt des Dokuments empfehlen wir:
- Eine digitale Kopie (PDF) in einer verschlüsselten Cloud speichern.
- Eine physische Kopie an einem feuerfesten Schrank aufbewahren.
- Bei wichtigen Bewerbungen das Original nur im Original‑Verfahren vorzeigen und stattdessen eine beglaubigte Kopie einreichen.
Weitere Tipps zur Dokumentensicherheit finden Sie auf unserer Startseite.
Fazit und nächste Schritte
Der Verlust eines Staatsexamen‑Zeugnisses im Fach Jura ist ärgerlich, aber kein unüberwindbares Problem. Durch die kontaktierte Prüfungsbehörde, eine polizeiliche Anzeige und die rechtzeitige Zahlung der Bearbeitungsgebühr erhalten Sie innerhalb weniger Wochen ein rechtssicheres Ersatzdokument. Beachten Sie die genannten Fristen und bewahren Sie das neue Zeugnis zukünftig doppelt ab, um ähnliche Situationen zu vermeiden.










